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Fischzucht in Eigenregie - Der Heimversuch

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Wie jeder “normale” Junge hatte auch ich den Traum von der eigenen Fischzucht. Nachdem ich viel in Online-Foren gelesen hatte und das Buch “Forellenzucht” von Kurt Igler und Helga Bültermann fast auswendig kann musste ich meinen Traum in die Wirklichkeit umsetzen, so überlegte ich mir, wie ich die Zucht mit meinen Mitteln erreichen konnte. Im Internet las ich jedoch immer wieder, dass es unmöglich wäre Forellen in Eigenregie zu ziehen.IMG_0361

Ich entwickelte also eine Vorrichtung um Forellen im meinen Keller groß zuziehen. Wichtig war mit vor allem frisches Wasser und demnach viel Sauerstoff für die kleinen Fische, dies konnte ich durch die eigene Quelle leicht umsetzen.
Da mir die nötige Erfahrung zum Abstreifen der Forellen fehlt, wollte ich dies den Profis überlassen um die Fische nicht zu verletzen. So rief ich Ende 2009 bei der Fischzucht Rau in Simmelsdorf an um einige befruchtete Eier zu bestellen. Am 23. Januar 2010 war es dann soweit, und ich bekam Eier im Augenpunktstadium von Bachforellen, Bachsaiblingen und Tigerforellen. Warum im Augenpunktstadium? Würde man frischbefruchtete Eier transportieren, würden sie durch die Erschütterung und Bewegung eingehen. Ich ließ mir noch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben und setzte die Eier in meine Vorrichtung. Wichtig für die Eier war in diesem Stadium viel Bewegung und frisches sauerstoffreiches Wasser. Bis die ersten Fische schlupften mussten mein Vater und ich jeden Tag mehrere Male die abgestorbenen Eier aussortieren, eventuell in einem Eck liegen gebliebenen Eier bewegen um so das Absterben zu verhindern.

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Nach und nach schlüpften immer mehr Eier. Im Dottersackstadium können sich die kleinen Forellen noch nicht wirklich bewegen, man kann aber bereits Flossen, usw. erkennen.

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Je mehr der Dottersack aufgebraucht wurde, fingen die Fische an sich langsam zu bewegen, wichtig ist, dass man den Zeitpunkt des erstmaligen Füttern nicht verpasst, da sonst ältere Fische nicht mehr mit dem Fressen anfangen. Als Futter diente mir dabei kleingemahlenen Forellenfutter. Nachdem Ich die Jungfische in andere Becken umsetzte, um ihnen mehr Platz zur Bewegung zu verschaffen, fingen die Kleinen an zu Fressen. Der Moment, wenn die ersten Fische das Futter aufnehmen ist ein sehr schöner Moment. Um Strömung zu simulieren benutzte ich Wasserfilter und Strömungspumpen für Aquarien. Die Fische mussten so schon früh lernen gegen Widerstand anzukämpfen, was Ihre Muskulatur stärkt.

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Täglich seit nun Mitte Januar bis Mai hatten wir viel Arbeit, mussten viel Wasser wechseln, abgestorbene Fische / Eier entfernen, Exkremente und übriges Futter beseitigen oder Kinderkrankheiten der Apparaturen berichtigen, z.B. verstopfte Schläuche reinigen.

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Im Mai ließ ich meinen Weiher ab, reinigte Ihn von Schlamm und Algen um die inzwischen auf 3-5 cm herangewachsenen Jungfische einzusetzen.
IMG_1586 Kopie Jeden Tag musste nun zwei-, dreimal gefüttert werden. Wenn man mit Herzblut an einer Sache hängt ist es natürlich um so ärgerlicher wenn einem etwas gestohlen wird, so wurden mit Im Herbst 2010 einige Tausend Forellen aus meinem Weiher gestohlen.
Inzwischen ist 2011 und die Fische sind teilweise zwanzig Zentimeter, so dass mir mal ein Fazit erlaubt sein sollte, wenn man Forellen züchten möchte benötigt man viel Zeit und Erfindungsreichtum, aber es ist nicht unmöglich!
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Troutfisherman - 2011 - Uwe Müller, Frank Müller

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