Banner_Troutfisherman.de_home

Reisebericht

Berner Oberland: Oberhasli: Meiringen

Zeitraum. 22.9.2007 – 1.10.2007

Personen: Philipp Klima, Frank Müller, Uwe Müller

zurück zu Reiseberichte

   Begeistert las ich damals den Bericht „an Grimsel und Susten“ im Heft 163 des Magazins der Fliegenfischer. Die junge Aare, der Gelmersee, das Miserenbächli,… diese Gewässer wollte ich dann befischen. Der Gedanke wurde leider viel zu schnell verworfen. Dann ein paar Jahre später machte mich mein Bruder auf die Berichte im bekannten Fliegenfischer-Forum über dieses Gebiet und die wunderschöne Fischerei vor Ort aufmerksam. Mir wurde sofort warm ums Herz und so spielte ich wieder mit dem Gedanken endlich dort hin zufahren...

Wir schreiben das Jahr 2007, nach bestandenem Abitur und dem sicheren Studienplatz an der Universität Erlangen-Nürnberg  wollte ich mir unbedingt einen Urlaub gönnen, wo es hingehen sollte war mir sofort bewusst. Mein Bruder war davon auch sehr begeistert  und schloss sich mir sofort an. Aber alle guten Dinge sind drei und so sprach ich auch mit meinen besten Freund über diese wunderschöne Gegend und die bezaubernden Fische! Ich weiß jetzt nicht ob es die Bilder waren, oder ob ich ihn nur solange genervt habe, bis er endlich zugestimmt hat, auf jeden Fall war er auch mit von der Partie. Aber wo sollten wir hin? Angepriesen wurde immer wieder die Unterkunft von Kurt Zumbrunn, der eine Fliegenfischer-Lodge am Reichenbachfall in Meiringen besitzt. Reichenbachfall, halt da war doch was!!

All jene die Sherlock Holmes, das Meisterwerk des Sir Arthur Conan Doyles, gelesen haben, wissen, dass an jenem Wasserfall der erbitterte Kampf zwischen dem Detektiv und seinem Erzfeind Professor Moriarty stattfand und der Professor fand den Tod... . Zurück zum Bericht, nach kurzer Zeit nahm ich dann Kontakt mit Kurt auf, der neben seiner Lodge Gespliesste baut. Von Anfang an war Kurt sehr hilfreich und so entschlossen wir uns Ende September in die Schweiz zu fahren. Die Zeit bis zu unserem Ausflug in die Schweiz überbrückte ich mit Ferienarbeit und kleineren Angeltrips, unter anderem an den Förchensee südlich von Ruhpolding.

Endlich war die Zeit gekommen, am 22. September fuhren wir von Diespeck aus in die Schweiz. Mit Tempo 200 erreichten wir unser erstes Ziel, Schaffhausen in knapp drei Stunden. Schaffhausen, bekannt durch den Rheinfall ist wirklich einen Besuch wert.
rheinfall1
Am Rheinfall angekommen konnten wir Aitel und Schleien beobachten, die ihre Kreise zogen. Nach einer kurzen Vesper brachen wphil_und_uwe1ir auf um endlich nach Oberhasli zu kommen. Obwohl Mautplakette gaben wir aus versehen in das Navigationssystem ein, Mautstraßen vermeiden und so führte uns das System durch ganz Zürich bis wir dann endlich merkten, dass was nicht stimmte. Zürich eine tolle Stadt! 

Wir fuhren nun endlich, ohne Umwege, nach Meiringen. Nach mehr als sechs Stunden kamen wir endlich in Meiringen an. Kurts Frau Vreni raumbegrüßte uns sehr freundschaftlich und wies uns dann die Räumlichkeiten, daraufhin begannen wir gleich mit dem Auspacken. Nach kurzem kam auch Kurt, der noch Fliegenfischen war, um uns zu begrüßen.

Eine bessere „Einweisung“ hätte es wohl kaum geben können. Am Abend kamen Matthias Meyer und sein Freund Johannes Krüger vorbei und zusammen mit Kurt erläuterten sie uns die umliegenden Gewässer. Kurt, Matthias und Johannes wussten wovon sie sprachen.  Am nächsten Tag war Sonntag und so blieben uns wegen der Fischereibeengstlenalpschränkung nur Seen zum Angebot. Da es schon später war rentierte sich die Fahrt an den Gelmersee nicht mehr, der Gelmersee ist entweder zu Fuß oder mit der steilsten Standseilbahn Europas zu erreichen. Da ich noch an einer Erkältung litt konnten wir den Fußweg nicht in Anspruch nehmen und für die Bahn hätten wir einige Stunden Wartezeit in Kauf nehmen müssen, also entschlossen wir uns für den Engstlensee. Der Engstlensee ist ein natürlicher Stausee mit einer Größe von 44ha. Er liegt am oberen Ende des Gentals im Sustengebiet auf rund 1851m über Norengstlenseeeeeeemalnull.

Um an den Engstlensee zu kommen muss man eine kleine Privatstraße entlang fahren, hier ist eine kleine Gebühr von rund 6 Schweizer Franken (ca. 3,80€) fällig(inzwischen 8 CHF). Aus dem Engstlensee entspringt der Gentalbach, dieser meist glasklare Bach läuft größtenteils  entlang der Straße. Nach dem rund 13km langen Weg, für den man mit dem Auto rund eine Dreiviertelstunde benötigt, kommt man an einen Parkplatz.

Von diesem Platz hat man noch einen “Fußmarsch” von rund 400m vor sich und kommt dann an dem wunderschön gelegenen See. Wir begaben uns an das hintere Ende des Sees, da dort einige kleinere Einläufe sind. Vor allem hatte man an diesem Platz die besten Möglichkeiten auf die im See lebenden Amerikanischen Seesaiblinge. Zur Information: Der Schweizer Rekord für die Namaycush-Saiblinge liegt bei 72cm und dieser stammt aus dem Gelmersee. Am hinteren Ende des Sees angekommen sahen wir schon einige Salmoniden an der Wasseroberfläche herumziehen, konnten aber während des sehr entspannenden Aufenthalts am See Keine überlisten. Zum See muss man sagen, dass er ein sehr beliebtes Touristenziel ist und man von daher nicht immer ungestört ist.

Kurz vor Sonnenuntergang packten wir unsere Sachen zusammen und verließen den wunderschönen See gen Meiringen.  Wir gingen dann relativ schnell zu Bett, da wir am nächsten Tag den Gentalbach befischen wollten. Der Gentalbach muss mit Guiding befischt werden, hier bietet sich Kurt an, der Mitglied der Pachtgenossenschaft ist. Am nächsten Tag stand Kurt früh auf der Matte um mit uns an den Gentalbach zu gehen. Da wir zu viert waren schlug er vor, dass wir in Zweier-Teams das Gewässer befischen. So setzten Kurt und ich, Frank und Philipp aschwyzerbfn einer unteren Strecke des Wassers aus, welches sie dann nach oben hin befischen sollten. Kurt und ich fuhren noch ein Stück weiter nach oben um dort das Fliegenfischen zu zelebrieren.

Meine erste Schwyzer Bachforelle ließ nicht lange auf sich warten, kurz das Wasser beobachtet, die erste Forelle entdeckt und beim ersten Wurf saß jene wunderschöne Forelle am Haken. Es sollten an diesen Tag noch Einige folgen. Einige schöne Forellen später gingen wir an ein oberes Stück des Baches an der man auch mit dem ein oder anderen Bachsaibling rechnen kann. Die Fischerei an diesem Tag, war wirklich wunderschön. Gekrönt wurde sie von meinen ersten Schwyzer Bachsaibling, vielleicht nicht besonders groß, dafür aber umso schöner. Nach einem sehr erfolgreichen Tag kehrten wir vier ins „Basis Camp“ zurück. Wir erholten uns Dank einigen frischen Hellen ziemlich schnell… Unser nächster Ausflug hatte die wunderschöne Stadt Bern als Ziel. Das Ziel konnte jedoch nicht erreicht werden, ohne vorher beim größten Fliegenfischerladen in der Schweiz vorbeizuschauen. Ustarbm bern3einige Schweizer Franken leichter, machten wir uns dann auf, um nach Bern weiter zu fahren.

 Als Fußballfan-atiker mussten wir uns das Berner Wankdorfstadion anschauen und stellten mit großem Bedauern fest, dass nichts an den Glanz des alten Stadions erinnert. An jenes Stadion, in dem am 4.Juli des Jahres 1954 Fußballgeschichte geschrieben wurde. Max Morlock grätscht zur rechten Zeit und dank Helmut Rahn gelingt der deutschen Mannschaft der größte Erfolg der Geschichte….

Aber aus dem Berner Wankdorfstadion wurde ein Einkaufzentrum mit integriertem Stadion und Fanshop….kein schöner Anblick für Fußballfreunde. Nach dieser „Enttäuschung“ machten wir uns auf um die Altstadt aufzusuchen. Eine wirklich schöne Stadt…
Auch dieser Ausflug ging zu Ende und so fuhren wir mit 120km/h auf den Autobahnen in Richtung Meiringen. Anscheinend war dieser Ausflug für den Einen oder anderen Teilnehmer sehr strapaziös…

 Und so ließ mich einer nach dem Anderen beim Autofahren alleine und die beiden hatten eine geruhsame Fahrt, da sie sehr zufrieden drein blickten, träumten die Beiden wohl vom Fliegenfischen...

Am Abend kamen wir noch ein wenig mit Kurspleisst ins Gespräch und er erklärte uns wie man den eine Splitcane Rod herstellt. Wie die Auswahl des Bambus getroffen wird. Für den Bau von Gespliessten benötigt man das sogenannte Tonkin, eine Art des Bambus. Dieser wird eventuell geflammt um ein Muster zu erhalten und dann wird mit Hilfe eines Beils der Bambus längs gespleißt um einzelne Streifen herauszubekommen, diese werden dann so lange in einem bestimmten Winkel konisch gehobelt bis man mehrere Spleiße zusammenkleben kann, daraus erhält man dann den Blank.
Jetzt fehlen nur noch Ringe, Griff, Lack und schon geht’s ans Wasser….Ganz so einfach ist es jetzt nicht, aber im Normalfall für jeden erlernbar.aarefrankuwe1

 Am Mittwoch zog es uns dann an die junge Aare, leider war Petrus nicht auf unserer Seite und so verbrachten wir die meiste Zeit im Trüben und Nassen, was jetzt bitte nicht auf die Fischerei zu beziehcautionen ist. Trotz des schlechten Wetters und des Temperaturabfalls fingen wir einige schöne Fische. Gegen abends kehrten wir erschöpft zurück ins Headquarter. Für die nächsten zwei Tage sollte wieder Ruhe angesagt sein, wäre uns da nicht die Idee gekommen an ein Privatgewässer auszuweichen. Wir beschlossen an das Privatwässerli von Kurt, dem Miserenbächli zu fahren. Überrascht von Schneefall in rund 2000m Höhe ließen wir uns aber nicht abhalten unsere Fliegen zu präsentieren.

Der Weg zum Miserenbächli war sehr serpentinenreich und teilweise war die Straße schon mit Schnee bedeckt. Der Ausgangspunkt unserer Wanderung zum Bächli war das Restaurant am Steingletscher, da wir jedoch nicht genau wussten wo wir hinmussten und der Boden bereits unter einer 10cm hohen Schneeschicht lag wollten wir im Restaurant nach dem Weg main_mis_frankuwefragen. Im Restaurant wurden wir dann begrüßt, waren aber anscheinend von Anfang falsch verstanden worden. Auf die Frage: „Entschuldigen Sie, wo ist den hier das Miserenbächli?“ kam als Antwort nur ein: „Wolle sie hier übernächtig’?“ Nach dem vierten Mal bedankten wir uns für die “hilfreiche” Auskunft und machten kehrt. Gott sei dank war da noch eine Karte, die uns den Weg wies. Und so mis_1machten wir uns auf, ans untere Ende des Bächlis zu wandern. Es war trotz der Schneedecke und Rutschgefahr eine sehr schöne und entspannte Wanderung. Diese Wanderung zeigte uns noch einmal, dass unser Urlaub in der Schweiz die richtige Entscheidung war. Es ward uns eine herrliche Landschaft dargeboten.

 Beim Befischen des Gewässers wechselten wir uns bei jedem Hotspot ab. Frank hatte das Vergnügen, den ersten Pool zu befischen, „leider“ ohne Erfolg. Die Saiblinge stiegen auf die Trockenfliege aber mein Bruder zog den Fischen die Fliege aus dem Mund. brookie2Die Ehre des ersten Saiblings am Miserenbächli hatte ich Inne und das gleich zweimal, meine Chancenauswertung lag bei 100%. Philipp legte am nächsten Hotspot nach und so lag der Druck auf den Schultern meines Bruders… Es war ein wirklich herrlicher und atemberaubender Tag, diese wunderschönen Fische an die Fliege zu bekommen war uns wirklich eine Ehre. Der Ausflug verging in Windeseile, nicht einmal die knurrenden Mägen konnten uns abhalten weiter zu fischen. Bis dann der Nebel einsetzte…

Diese Situation war uns dann zu heikel und so kehrten wir dann zum Aucollito zurück. Am Auto wartete dann eine grauenerregende Gestalt auf uns. Dieser rund 200kg schwere Hund gcollieriff uns sofort an und biss uns fast krankenhausreif… Eine wahre BESTIE!!! Die Bilder beweisen das Gemetzel.

Anscheinend waren wir so vertrauenswürdig, dass der Border Collie gleich mit uns heim gefahren wäre.

 Ab 2008 hat Kurt wegen des großen Andranges am Gewässer die Tageskarten in sofern limitiert, dass Karten nur noch auf Guidingbasis ausgegeben werden um den Befischungsdruck am Bächli nicht zu groß werden zu lassen.

Am näcschluchthsten Tag kamen wir erst sehr spät aus den Federn und so war unser Frühstück zugleich das Mittagessen. Es gab Lamm Dürüm von der Dönerbude am Meiringer Bahnhof. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg um die Aareschlucht zu durchwandern. Die Aareschlucht ist wirklich einen Besuch wert. In ihr findet man noch Überreste vom Zweiten Weltkrieg, darunter ist eine alte Kaserne zu verstehen, sowie orthographischen Karten für den Kriegsfall, welche in Holzkisten lagen. Am selben Tag begaben wir uns noch auf den Weg zum Engstlensee um eventuell noch einen Namaycush-Saibling zu fangen. Leider war unser Ausflug ohne Erfolg. In dieser Höhe war es einfach schon zu kalt und die Berge waren bereits mit Schnee bedeckt. Am nächsten Tag versuchten wir unser Glück in der jungen Aare bei Handegg, leider auch hier ohne Erfolg. Daraufhin fuhren wir etwas flussabwärts um dort zu fischen. So kam es, dass der Tag doch noch gerettet ward und jeder noch ein paar Forellen überlisten konnte. Leider war dies auch schon der letzte Angeltag, am 1.10.07 waren dann alle Fließgewässer geschlossen und so zogen wir uns in unser Quartier zurück um unser Gepäck zu packen.

Nachdem wir unsere Schulden mit Kurt beglichen haben fuhren wir dann am 1. Oktober nach Hause. Die Reise in die Schweiz hat sich wirklich gelohnt. Nicht nur schöne Fische wurden gefangen sonder auch neue Freundschaften geknüpft. Ich freue mich persönlich schon auf ein freudiges Wiedersehen mit Kurt und Vreni in der Schweiz…

Vielen Dank!

zurück zu Reiseberichte

lowerpic11_gadmerschlucht

Troutfisherman - 2011 - Uwe Müller, Frank Müller

[Unser Team] [Datenbank] [Medienwelt] [Links] [Impressum]